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Freya

    Surfen kann dein ganzes Leben verändern, zumindest wenn es dich richtig erwischt hat. Auf meinen Reisen habe ich sehr viele spannende Lebensmodelle und interessante Menschen kennengelernt. Es gibt nichts inspirierenderes und motivierenderes für mich als solchen Geschichten zu lauschen und genau deshalb möchte ich mit der Beitragsreihe: „Deine Surfgeschichte“ eine Plattform dafür bieten.

    Heute erzählt Chrissy aus der Schweiz wie sie als Bauingenieurin um die Welt fliegt und Surfen zu ihrer Leidenschaft gemacht hat. Ihr findet Chrissy auf auf Facebook und auch auf Instagram, sowie auf ihrer Internetseite.

    Erst einmal vielen Dank, dass du deine Surfgeschichte mit uns teilst. Erzähl’ doch kurz wer du bist und wann, wo und vielleicht warum du mit dem Surfen angefangen hast?

    Hi, Ich bin Chrissy, 29 Jahre alt und aus der Schweiz. Bauingenieurin bin ich von Beruf, Surferin und Reisende bin ich im Herzen. Vor 8 Jahren war ich auf Hawaii zum ersten Mal longboarden. Im folgenden Sommer wollte ich dann einen Surfer-Boy beeindrucken und fuhr mit den Jungs in die Surf-Ferien. Offensichtlich klappte es nicht so gut mit meinen Angebereien, als ich mit einem Minimal raus paddelte wurde ich ordentlich durchgespült und surfte dann für einige Jahre nicht mehr. Vor drei Jahren stellte ich mich meinen Ängsten und das Surfen hat mich dann zum ersten Mal so richtig gepackt! Mit dem Surfer-Boy bin ich übrigens immer noch zusammen.

    Du bist Bauingenieurin und Reisende? Wie ist es zu dieser Kombination gekommen und wie bringst du dies unter einen Hut?

    Zuerst kam immer das Reisen. Meine Eltern reisten viel und an verregneten Herbsttagen schauten meine Schwester und ich die alten Bilder unsere Eltern an: Tempel in Indonesien, Seelöwen auf Galapagos und eisige Gipfel in Nepal. Wir machten immer abenteuerliche Familienferien und so hat mich das Reisen schon mein ganzes Leben begleitet und fasziniert. Was ich mal beruflich machen wollte, wenn ich erwachsen bin, wusste ich nicht. Daher habe ich diese Entscheidung möglichst lange hinausgezögert und wählte dann etwas mit möglichst guten Jobaussichten. Dies war lange bevor ich das Surfen begann.

    Nach dem Studienabschluss vor 3 Jahren reiste ich anschließend 6 Monate mit meinem VW Bus die Atlantikküste entlang und übte mich im Surfen. Anschließend zog ich nach Norwegen und arbeitete als Bauingenieurin für einige Monate. Danach ging es endlich nach Mittel- und Südamerika! Anschließend bekam ich die Chance nach Norwegen zurück zu kehren für dieselbe Arbeit. Schlussendlich bin ich fast ein Jahr gereist, gesurft und habe in einem Surfcamp gearbeitet. So habe ich in den letzten drei Jahren nie mehr als vier Monate am selben Ort gelebt.

    Wie und wo lebst du zurzeit? Hast du überhaupt einen festen Wohnsitz?

    Seit Februar wohne ich in den Schweizer Alpen und arbeite als Bauingenieurin. Das erste Mal seit dem Studium bin ich wieder in der Heimat und in einem festen Job. Das ist nur vorübergehend – ganz sicher. Die Welt ist zu groß um immer am selben Ort zu bleiben!

    Wie verbindest du deine derzeitige Lebenssituation mit dem Surfen? Wie oft bist du am Meer und wie viel Zeit hast kannst du für das Surfen aufbringen?

    Ich habe großes Glück mit meiner Stelle im Moment. Ich arbeite 80% und kann dabei 5 Tage in der Woche im Büro sein und mir dadurch freie Tage anhäufen. So habe ich bis zu 12 Wochen Zeit fürs Surfen.

    Wie überbrückst du die Zeit auf dem Trockenen? Fällt es dir sehr schwer?

    Diese Arbeitsphasen fallen mir schon sehr schwer, weil ich auch nicht weiss, wie lange sie andauern. In Norwegen war es anders, weil da war ich ja im Ausland und das war aufregend und mit Abenteuern verbunden und so. Auch war mir bewusst, dass es nur temporär ist.

    Wir haben eine Flusswelle in Zürich – das macht auch richtig Laune. Ich habe kürzlich mit dem Skaten angefangen und man trifft mich nun auch öfters in der Bowl beim cruisen an. Dieses Wochenende gehen wir Wakeboarden am Lift, das ist auch was Neues. Im Winter ist Snowboarden und Skifahren angesagt.

    Für mich ist die Arbeitszeit meine kreative Pause. Wenn ich immer surfen würde, würde ich aufhören es zu schätzen. Nun bin ich hier zu Hause und will nur noch weg. Das gibt mir Raum für neue Ziele und Träume, sowie Zeit meine Tagebücher zu Blogbeiträgen um zu schreiben oder auch hier mit zu machen. Die Zeit hätte ich nicht on the road, da verliere ich mich jeweils im Moment. Aber ja. Es fällt mir schwer.

    Was würdest du jemandem raten, der wie du Arbeit und Surfen miteinander verbinden möchte?

    Ich dachte immer, dass das digitale Nomaden Leben super toll wäre. Nachdem ich jedoch einige davon getroffen habe, glaube ich nicht mehr, dass es etwas für mich ist. Ich mag den ganzen Tag surfen und Yoga praktizieren, reisen, schwatzen, träumen, entdecken, Freundschaften knüpfen. Ich glaube wenn man arbeitet während den Surftrips, dann ist man immer irgendwie am Arbeiten. Aber das ist wohl auch abhängig von Person zu Person. Ich mag diese abwechselnden Phasen zwischen Arbeiten und Surfen. Dann hat man Zeit alle Erlebnisse zu verarbeiten und Zeit für neue Träume und Ziele entstehen zu lassen.

    Ist dein Lebensmodell etwas für jeden und kannst du es guten Gewissens empfehlen?

    Nun es bringt gewisse Abstriche mit sich. Ich seh meine Familie nicht sehr oft, aber sie besuchen mich jeweils. Ich habe auch sehr wenige materielle Sachen, aber das stört mich nicht. Ich mag das Gefühl von Leichtigkeit. Es gibt so viele Möglichkeiten sein Leben zu gestalten, dass man sich dies gut individuell einrichten kann.

    Welches Land ist deiner Meinung nach am besten geeignet um Arbeiten und Surfen zu verbinden?

    In Norwegen gibt es Wellen, aber die waren etwas entfernt von meiner Stadt, daher konnte ich auch nicht nach dem arbeiten surfen. Vielleicht wäre Australien besser, dann kann man nach der Arbeit noch schnell surfen gehen. Ich hoffe darauf, dieses Leben irgendwann testen zu dürfen, hihi! Generell ist ja in Zentraleuropa so, dass man sich mit den Löhnen gute Ferien leisten kann – man muss einfach die Zeit dazu finden.

    Gibt es etwas was du anders machen würdest oder hast du einen unerfüllten Wunsch?

    Ich bin ganz zufrieden im Moment, aber ich würde gerne für eine (Schweizer) Firma in Zentralamerika als Bauingenieurin arbeiten und die Welt ein bisschen verbessern. Aber dazu braucht man Kompetenzen, welche ich mir grade erst aufbaue. Alternativ möchte ich meine Surfabenteuer Reiseagentur vergrössern und so Freude verbreiten.

    Was liebst du am meisten am Surfen und was gibt dir dieses Hobby was dir ein anderer Sport nicht geben kann?

    Ich liebe alles am Surfen. Das Paddeln, die Anstrengung, die Duckdives, den Adrenalinschub, die Wellen von unten anschauen, gewaschen werden. Aber am besten ist einfach das Gefühl eine Welle zu erwischen und zu surfen, den Druck unter den Füssen, zuschauen wie die Welle bricht, das Gefühl beim Spray produzieren. Surfen ist einfach ein tiefes Gefühl der Glückseligkeit! Stoke!

    Hast du einen Blog auf dem man dir folgen kann oder bist du in den sozialen Netzwerken aktiv?

    Meine Yoga- und Surf Freundin aus Großbritannien und ich bieten mit dem Projekt stoked-souls Surf Abenteuer an für alle, die schon kleine grüne Wellen abreiten können. Es gibt auch einen integrierten Blog wo wir über vergangene Trips berichten und Reisetipps geben. Ansonsten findet ihr mich auf Facebook und auch auf Instagram.

    Vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast, jetzt erzähl uns noch wo du deinen nächsten Surfurlaub verbringst?

    Im Sommer geht es nur eine Woche nach Portugal, aber im Herbst fliege ich dann nach Nicaragua für einige Wochen und an Weihnachten noch nach Taiwan!

    Du surfst auch und hast Lust deine Geschichte zu erzählen?

    Ich suche für meine Beitragsreihe „Deine Surfgeschichte“ auf meinem Surfblog noch Mitstreiter, die es schaffen Surfen in ihr Leben zu integrieren und Lust haben ihre Story mit der Welt zu teilen.

    Dafür hast du verschiedene Möglichkeiten:
    – Du beantwortest die Fragen aus dem Beitrag.
    – Du denkst dir selbst Fragen aus, die zu deinem Leben passen .
    – Du schreibst deine Geschichte frei (achte aber darauf das du Zwischenüberschriften einfügst).

    Egal für welchen Weg du dich entscheidest, schick mir einfach eine Mail (wenn du magst auch gerne mit einem passenden Foto von dir) an contact@evenmoreplaces.de

    Ich veröffentliche die Beiträge wöchentlich am Sonntag (eventuell wird es einen zweiten Termin geben) und teile ihn im Laufe der Woche dann in meinen sozialen Netzwerken.

    Ich freue mich auf deine Surfgeschichte!

    **Die Fotos und der Beitrag wurden mir von Christine zur Verfügung gestellt, vielen Dank für deine Geschichte!

    11. Juni 2017
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